Geschichte des Projekts
FranceJadis wurde nicht 2024 geboren. Es ist das Ergebnis von vierzig Jahren Sammeln, Digitalisieren und heute Restaurieren alter Postkarten — mit, dazwischen, einem ganzen Leben als kommerzielle Website, das nur wenige der heutigen Besucher kennen.
Zeitleiste
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1984
Gründung von MédiaSys
Ein Herausgeber von Kommunikationssoftware (Videotex) auf der Plattform OS/2: Editex, die Videotex-Reihe MS, die Emulatoren PMTEL, Gateways …
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1995
„Images de la France d'Autrefois“ geht online
Die erste öffentliche Website zum Durchsuchen der Postkarten, mit Im.Media. Suche über eine anklickbare Frankreichkarte, Département für Département.
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1997
Hinwendung zu Dienstleistungen und Java
MédiaSys richtet sein Geschäft auf Beratung und Java-Entwicklung aus und betont seine Kompetenz in objektorientierter Programmierung. Die Postkarten-Website wird zum Schaufenster dieses Know-hows: Java, Linux/Apache/PHP, Tomcat-Servlets, Techniken für Online-Zahlungen.
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2001
Erweiterte Version: freie Suche, ~80.000 Postkarten
Zur Suche nach Département kommt die Stichwortsuche hinzu. Die Datenbank zeigt bereits rund 80.000 alte Postkarten — doch diese Zahl umfasst damals das Mutterland, die Überseegebiete und viele andere Länder (siehe „Paris et proche banlieue“, „Outre-mer“, „Pays du monde“ in der linken Spalte des Bildschirmfotos unten). Warum sich diese Zahl seither geändert hat, wird weiter unten erklärt.
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~2002
Umstellung auf kostenpflichtigen Zugang
Nach mehreren Jahren kostenloser Nutzung verursacht der Erfolg der Website wachsende Kosten. Der Zugang wird pauschal kostenpflichtig — 1,68 € pro Anruf bei einer Mehrwertnummer (Allopass) oder 2 € über einen zweiten Mikrozahlungsweg — für 24 Stunden Stöbern und Herunterladen. Die Postkarten, die gefallen, können auch als Papierreproduktion (20×30 cm) bestellt werden, mit einem ausgedruckten, unterschriebenen und per Fax gesendeten Bestellschein.
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Mitte der 2000er
Die Website altert technisch
Die Anzeige beruht auf einem Java-Applet, einer Technik, die in den Browsern jener Zeit immer anfälliger wird. Im Januar 2006 melden Nutzer im Geneanet-Forum einen „fatal error“, der sie daran hindert, die Postkarte vor der Bezahlung zu sehen — ein Problem, das sogar ein Produktverantwortlicher von Geneanet bestätigt. Die Website bleibt online, aber das Geschäft von MédiaSys hat sich auf B2B-Beratung und Projektbegleitung für institutionelle Kunden verlagert (Comédie-Française, Banque de France, Gesundheitsministerium, La Poste, Pariser Rathaus, mehrere Weinhäuser …) — die Postkarten sind nur noch ein Projekt unter anderen.
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Folgejahre
Aufeinanderfolgende Neuausrichtungen
Das Geschäft wendet sich der Weinbranche zu, dann der mobilen Entwicklung (iOS, Android, dann Vapor-Dienste) — dieselbe technische Linie, die heute den Server von FranceJadis antreibt.
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31. Dezember 2020
Endgültige Schließung der Firma
Die Website „Images de la France d'Autrefois“ verschwindet mit ihr. Die Postkartensammlung jedoch bleibt bei mir.
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2024 → heute
Neubeginn: FranceJadis
Automatische Erkennung der Beschriftungen durch Bildanalyse, Geolokalisierung mit Hilfe künstlicher Intelligenz und von Apple Look Around/Google Street View, Restaurierung und Kolorierung der Bilder: Die Sammlung lebt als völlig neu gestaltete App wieder auf — kostenlos, ohne Werbung und ohne Tracking.
Warum heute ~70.000 Postkarten und nicht 80.000?
Die ursprüngliche Datenbank von MédiaSys umfasste rund 80.000 Postkarten — aber nicht nur aus dem französischen Mutterland. Die Website unterschied bereits „Paris et proche banlieue“, „Outre-mer“ und „Pays du monde“ (sichtbar in der linken Spalte des Bildschirmfotos der Startseite unten): Ein Teil dieser Sammlung dokumentierte Überseegebiete und andere Länder.
FranceJadis konzentriert sich heute aus zwei Gründen auf das Mutterland. Erstens eine echte technische Herausforderung: Postkarten, die über eine Weltkarte verstreut sind, genau zu verorten, ist eine eigene, noch zu leistende Arbeit. Zweitens dokumentiert ein Teil dieser Übersee- und internationalen Sammlung eine Epoche, deren Bilder heute teils Kontroversen auslösen können: Es schien besser, sie vorerst zurückzustellen, statt sie ohne den nötigen Abstand aufzunehmen.
Hinzu kam eine Bereinigung schlecht erfasster Einträge in der ursprünglichen Datenbank — unabhängig vom Herausnehmen der Postkarten außerhalb des Mutterlands. Alles in allem umfasst die heutige Sammlung von FranceJadis rund 70.000 Postkarten des französischen Mutterlands: Diese Zahl gilt. Die zurückgestellten Postkarten sind nicht verloren; ihre Nutzung ist nur aufgeschoben.
Was sich geändert hat
Gestern
Eine Website, ein Java-Applet, eine anklickbare Frankreichkarte nach Département, pauschal kostenpflichtiger Zugang (1,68 €/24 h), Papierreproduktionen per Fax bestellt.
Heute
Eine native App für iPhone/iPad/Mac, eine interaktive Karte, direkter Vergleich mit dem heutigen Frankreich über Apple Look Around, kostenlos, ohne Werbung und ohne Tracking — finanziert durch die Spenden derer, die geben möchten.
Archivalbum
„Nachdem die Fotos des Départements geladen sind und ich auf die Gemeinde geklickt habe, die mich interessiert, kann ich die gewählte Postkarte nicht sehen, bevor ich zur Bezahlung gehe. Jedes Mal öffnet sich ein Fenster mit ‚fatal error‘!!“
— ein Nutzer, Geneanet-Forum, Januar 2006 (aus dem Französischen übersetzt)
Kannten Sie diese Website damals?
Eine Postkarte weckt eine Erinnerung, Sie haben „Images de la France d'Autrefois“ vor zwanzig Jahren genutzt, Sie haben eine Anekdote oder eine Korrektur zu dieser Geschichte? Schreiben Sie mir.
FranceJadis